Dienstag, 18. November 2014

Nikon Df Review

Nikon Df Review


Zurück zur reinen Fotografie, weg vom Schnickschnack, hört sich ja eigentlich ganz nett an. Nikons auf analoges Kleinbild getrimmte Kamera Df hat ja bei den Nostalgikern für Begeisterung gesorgt, aber wie sieht es mit der Technik aus, was steckt drin, was taugt die Kamera? Dafür, dass die Kamera preislich nah der D800 angesiedelt ist, sollte man schon einiges an Leistung erwarten.

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Das gute Stück kommt in schicken Retro Design der alten Nikon, vier Wahlräder, ganz rechts oben das Rad für M, S, A, P – zumindest das ist gut erreichbar (wenn auch umständlich zu bedienen, umschalten geht nicht so fix). Die Kamera ist deutlich kleiner als das große Sensor-Schwestermodell D4, man kann sie also bequem mit einer Hand halten und hat relativ guten Grip.

Das Wahlrad für die Blendenöffnung auf der Vorderseite ist leider kniffelig zu erreichen und nicht für einhändige Bedienung der Df ausgelegt, schließlich soll die Kamera ja keinen unsanften Abflug machen. Für die Position des Rädchens gebe ich mal einen deutlichen Minuspunkt, ist ja schön wenn man alles im alten Design machen möchte, aber doch bitte nicht derart auf Kosten der Funktionalität. 

Das Batteriefach öffnet man mit einer Schraube (!), sehr nostalgisch. Wieso der Speicherkartenslot im Batteriefach verbaut wurde und nicht wie üblich an der Seite, mag Design-Gründe haben, praktische Gründe fallen mir dafür keine ein. Vor allem störend, wenn man die Df auf einem Stativ hat, man kann nicht einfach schnell eine neue Speicherkarte seitlich reinschieben, nein, vom Stativ runter, unten aufschrauben und unten eine neue SD-Karte rein. Ja genau, SD! Für mich ungewohnt, da ich sonst nur mit CF-Karten arbeite, aber das ist nicht weiter erwähnenswert. Wenigstens sind SD-Karten schön günstig -  im Gegensatz zur Kamera ;-)

Die anderen Wahlrädchen sind bequem bedienbar und rasten mit einem angenehmen Klacken ein, wir haben ISO, Belichtungszeit, Belichtungskorrektur, alles einzelne Rädchen oben auf der Kamera. Im A-Mode funktioniert das Belichtungszeiträdchen aber nicht, wer nur auf die Skalen guckt und nicht auf die Displayanzeige, wird sich hier wundern, wieso die Kamera mit einer anderen Zeit belichtet als auf dem Wahlrad eingestellt ist. (Ist logisch, dass die Kamera da was anderes nimmt als auf dem Wahlrad eingestellt ist, jedoch finde ich das Ganze nicht besonders elegant gelöst, da man sich wenn es schnell gehen muss mit einem kurzen Blick aufs Wahlrad behelfen könnte, was ein fataler Fehler ist, der im schlechten Fall erst bemerkt wird wenn es zu spät ist. Also, ich hätte mir hier eine elegantere Lösung gewünscht, beispielsweise den A-Mode auf dem Zeitwählrad statt auf dem Programmwählrad.) Verschlußzeit bis 1/4000stel Sekunde ist okay und für nahezu alle Anwendungen praktikabel.

Machen wir mal weiter mit anderen technischen Eckdaten, verbaut ist der gleiche Sensor wie in der D4, also ein 16,2 Megapixel FX Sensor. Das Fokussystem hat allerdings nur 39 Messfelder, nicht 51 wie bei der D4, mit 5,5fps (Bilder pro Sekunde) ist sie leider auch nicht die schnellste Kamera, aber gerade darum soll es ja gehen. (Laut Nikon…) Es ist ja eine Kamera für Puristen, die nehmen sich natürlich Zeit und bereiten alles für den perfekten Moment vor… Dafür ist die Kamera tatsächlich gut geeignet, gezielte Fotografie, am besten von sich nur wenig bewegenden Motiven. Wie sieht es mit Objekten in Bewegung aus? Leider nicht so toll. Das Fokussystem ist das gleiche wie in der D610, schnell und präzise ist was anderes, für sich bewegende Motive und Spontanaufnahmen in Bewegung eher bedingt geeignet. In dem Punkt begeistert sie mich nicht. Definitiv keine Kamera für Actionfotografen.

ISO sieht tatsächlich bis 12.800 relativ gut aus, bei 25.600 rauscht es schon extrem, bei 51.200 fängt es langsam an auszusehen, als ob man einen Sepia-Duplex-Bleach-Irgendwas-Instagram Filter über die Bilder gezogen hätte, kaum noch verwendbares Bildmaterial. Auf der Nikon Webseite findet sich die Aussage „bis zu einer Entsprechung von ISO 204.800“. Mal ganz ehrlich? Technisch mag das gehen, aber wer möchte so ein Material schon verwenden. Wenig Megapixel für wenig ISO Rauschen ist ja schön, aber irgendwann hört es mit den technischen Möglichkeiten auch auf. 

Zum Thema Videoaufnahme: Kurz gesagt, sie hat keine. Nur Fotos, keine Videos. Tja.

Mein allgemeiner Fazit: Das Ganze ist im Prinzip eine funktionsreduzierte D610 mit dem Sensor der D4 auf dem Preisniveau der D800. Wer auf Vintage steht und gerne viel Geld für wenig Funktion ausgeben mag ist hier genau richtig. Für den Naturliebhaber, Dämmerungsfotografen und jeden der lange Zeit für Einstellung/Vorbereitung hat gut geeignet, mehr für den Künstler als für den Berufsfotografen.

So ist das halt mit diesem Vintage-Sachen. Ich bin gespannt, ob es ein Nachfolgemodell mit einer Überarbeitung des Handlings geben wird.

(BTW was haben interne Bildbearbeitungsfunktionen wie Weichzeichner und FishEye mit „purer Fotografie zu tun…?) ;-) Entweder oder….



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