Donnerstag, 4. Dezember 2014

Die Nikon D750 - Power Hybrid mit hoher Burst-Rate und schnellem AF-System


Nikon D700 vs Nikon D750 (jeweils mit Batteriegriff)


Warum die Nikon D750 eigentlich keine 7ner Nikon ist und wieso ich sie trotz Spielereien wie Klappdisplay und Smartphone Verknüpfung ziemlich cool finde…

Beim Modellnamen D750 denkt man natürlich erstmal an einen Nachfolger der D700 oder vielleicht einen Mischling aus der D700 und der D800, aber so ganz will das eigentlich alles nicht passen. Mit der D700 hat sie auf jeden Fall nicht viel gemein, aber lest selbst... :-)

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Von hinten sieht sie quasi (bis auf minimale Details und halt etwas größer) aus wie eine D610, das Gehäuse wurde mit Magnesium teilverstärkt, auch der Sensor ist ein 24,3 Megapixel FX Sensor, genau wie bei der D610 auch, aber laut Nikon wurde der Sensor neu entwickelt, welchen Unterschied es da gibt, habe ich bisher noch nicht herausgefunden. (Das Gehäuse ist übrigens angenehm leicht.)

Mit 6,5 fps (FPS = Bilder pro Sekunde) ist sie allerdings ein wenig schneller als die D610 (6 fps) und auch schneller als die D800/D810, die ebenfalls bei 6 fps aufhört (und das auch nur mit anderen Akkus, sonst ist bei der D800/D810 bei 5 fps Schluss.)




Im Gegensatz zur D700 die noch bis 1/8000stel Sekunde belichten konnte, ist bei der D750 schon bei 1/4000stel Schluss

Was mit spontan auffällt, ist dass die D750 keinen Anschluss für ein Blitzsynchronkabel hat, die D700 hat noch einen. Auslösen geht also nur über Funkauslöser - alternativ kann man natürlich seine Studioblitze mit dem eingebauten Blitz der D750 über Fotozelle triggern.

Gimmicks sind natürlich das Klappdisplay, was sich bis zu 90 Grad nach oben und 75 Grad nach unten neigen lässt, fotografieren aus anderer Perspektive wird so einfacher. Wifi um Bilder zu teilen oder die Kamera direkt mit dem Smartphone zu verbinden und die Möglichkeit über das Smartphone die Kamera drahtlos auszulösen sind auch ganz nett, der praktische Nutzen für letzteres dürfte fraglich sein, die meisten Leute fotografieren in der Tat indem sie die Kamera in der Hand halten und nicht irgendwo hinlegen um dann mit dem Smartphone auszulösen, aber es gibt bestimmt sinnvolle Anwendungsmöglichkeiten, Kamera an eine Flugdrohne klemmen oder auf ein Hochstativ stellen usw, erweitert halt einfach die Möglichkeiten, wer es braucht hat es, wer es nicht braucht, ignoriert es. Die Reichweite fürs WIFI ist übrigens mit circa 30 Metern angegeben, also per Drohne nach Paris fliegen um ferngesteuerte Fotos vom Eiffelturm machen ist nicht drin. ;-)

Die benötigte App „Wireless Mobile Utility“ ist übrigens unter IOS und Android kostenlos erhältlich.

Interessant finde ich das doppelte Speicherkartenfach, zweimal SD (oder SDHC und SDXC), man kann entweder beide Karten in Folge vollfotografieren oder getrennt NEF und JPG speichern oder die zweite Karte als Sicherung nehmen, quasi Raid-Fotografie, jedes Foto wird identisch auf beiden Karten gespeichert. Bei wichtigen Aufnahmen die nicht wiederholt werden können ist das schon sinnvoll, um Datenverlust bei einer kaputten Karte vorzubeugen.

ISO geht von 100 (reduziert auch 50) bis 12.800 (erweitert bis 51.200).
Bis 12.800 sieht die Quali noch erstaunlich gut aus, bei 25.600 sind allerdings schon die meisten Details weg, danach wird’s Mist, aber von diesen ISO-Erweiterungen halte ich bekanntermaßen eh nicht viel.

Die D750 hat übrigens schon das neue Fokussystem Multi-Cam 3500 II, die Nikon D800 arbeitet noch mit dem Multi-Cam 3500.

51 Fokusmessfelder / 15 Kreuzsensoren kann sich schon sehen lassen.

Gerade die Fokusverfolgung funktioniert unglaublich gut, selbst schnelle Radfahrer erwischt er in Serie durchaus gut, nahezu keine Aussetzer (es sei denn das Objekt kommt zu nah beim vorbeifahren).

Videoaufnahme bis 1920 mal 1080 ist machbar, sieht auch soweit ganz ordentlich aus, trotzdem, wer eine DSLR rein als Videograf benutzen will, dem rate ich dann eher zu anderen Anbietern, für den gelegentlichen Filmer mit hohen Ansprüchen ist die D750 aber durchaus tauglich.
PS: Auch das eingebaute Mikrofon zeichnet in recht guter Qualität auf.

Die unendliche Serienaufnahme mag für Langzeitbelichtungsreihen interessant sein, jetzt kann man wirklich solange belichten, bis beide Speicherkarten voll sind, die „Zwangspause“ zwischen den Aufnahmen ist jetzt so kurz, dass  man Langzeit-Reihenaufnahmen (wie bei Sternspuren beispielweise) beinah nahtlos übereinanderlegen kann.

Als Akkus kommen hier die EN-EL15 zum Einsatz, wer einen Batteriehandgriff sucht, sollte hier nach dem MB-D16 Ausschau halten.

Die Nikon D750 ist übrigens bis 150.000 Auslösungen getestet, was in der Regel für den professionellen Einsatz schon ausreicht.

Mein Fazit: Die D750 ist einiges teurer als die D610, aber gravierend billiger als die D800/D810, bei mir punktet sie außerdem mit höherer Burstrate und neuem und unglaublich gutem Fokussystem. Derzeit finde ich daher die D750 um einiges attraktiver als das Flaggschiff D800/D810, die zwar mehr Megapixel haben, aber dafür langsamer sind. Dann lieber 24,3 MPx und dafür eine hohe Burstrate und einen sauberen und schnellen Fokus, gerade im C-Mode.
Auch wegen dem stark gesunkenen Preis, aktuell 1800,- Euro (Stand August 2016) eine absolute Kaufempfehlung! (Dezember 2014 kostete sie noch 2700,- Euro.)

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