Mittwoch, 8. Juli 2015

Warum analoge Fotografie? Warum nicht (nur) digital?




Wieso überhaupt analog fotografieren?


Warum nicht alles digital? Sicher, die Vorteile von digital liegen auf der Hand, man kann das Bild sichten, beliebig viele Bilder machen, die Bilder können sofort weiterverarbeitet werden.

In manchen Bereichen ist das durchaus sinnvoll, wenn ich beispielsweise ein Festival oder eine Modenschau fotografiere, müssen die Bilder in der Regel am nächsten Morgen digital in der Redaktion bei den Magazinen vorliegen – da bleibt einfach keine Zeit für Entwicklung und Scan.
Außerdem wären die Kosten für Film einfach immens und nicht tragbar wenn ich hunderte oder teilweise tausend Aufnahmen am Wochenende schieße.

Aber brauchen wir bei allen Einsatzgebieten tausend Fotos?

Manchmal finde ich den Gedanken schöner, dass man mit den 36 Bildern auf einem Film auskommen muss – bei Mittelformat-Rollfilm sogar nur 10 Bilder pro Film.

Sorgfältig planen: was möchte man fotografieren, wie möchte man es fotografieren.

Planung der Technik, Berechnung des Lichtes (dafür benutze ich einen externen digitalen Lichtmesser, den Gossen SixtomatF2), es gehört einfach dazu sich Gedanken zu machen.


Mein derzeit meistgenutzter Schwarzweißfilm:
Ilford FP4 Plus 125 35mm Film.
Ringlicht, 50mm 1.8 Nikkor E


Analoge Fotografie „zwingt“ einen zur Beschäftigung mit dem Handwerk der Fotografie.

Zum bewussten Umgang mit Blende und Belichtungszeit.

Die ISO/ASA-Zahl gibt der Film vor, für den man sich im Vorfeld entscheidet.

Auch da hat mal also bereits vorher die Überlegung, Lichtschwach, oder hoher ISO/ASA-Wert mit mehr Korn?

Welchen Film nehme ich für Landschaft, welchen für Portrait?

Lieber Farbe, oder lieber Schwarzweiß?

Kein „try & error- try again“ wie so oft bei der digitalen Fotografie.
Oder doch, wird aber teuer… ;-) 


Und wenn erstmal Geld für die Filme auf dem Spiel steht, arbeitet man einfach sorgfältiger.

Ach ja, das Geld.. 
Lichtstarke und gute Optiken für analoge Kameras bekommt man oft für den Bruchteil des Geldes, was entsprechende Linsen für digitale SLR kosten.

Auch wenn großformatige Kameras wie beispielsweise die Nikon D800 mit ihren 36 Megapixeln schon den Auflösungsrahmen sprengen (ganz zu schweigen von digitalen Mittelformatkameras wie Hasselblad oder PhaseOne mit 80 Megapixeln oder mehr), hat die Aufnahme auf Film immer noch einen unvergleichlichen Dynamikumfang.

Und jeder Film hat seinen eigenen Charme, seine eigene Körnung, seine eigene „Farbe“.
Ob Kodak oder Ilford oder on NoName-Marken, da hat (und entwickelt) jeder seine eigenen Vorlieben.

Was ebenfalls ein interessantes Experiment ist: Fotografie mit jahrelang abgelaufenen Filmen.
Abgelaufene Filme findet ihr meist im Konvolut auf eBay.
Als Ergebnis bekommt ihr Aufnahmen mit interessanten Farbschlieren, teils werden Bilder dadurch unbrauchbar, teils erhalten sie dadurch aber auch einen digital kaum zu erzeugenden Charme.

Außerdem „entschleunigt“ analoge Fotografie einfach, das kann man in der hektischen Alltagswelt durchaus mal gebrauchen.

Ein weiterer Vorteil ist die Haltbarkeit. Filmnegative könnt ihr euren Enkel noch vererben.
Wie lange hält schon ein digitales Foto, sicher, in Zeichen der Cloud-Speicherung auf externen Servern sind Daten „sicher“. Aber auch da gibt es Ausfälle, Festplattenschäden, oder was wahrscheinlicher ist: Ihr habt einfach zehntausende Fotos, die sich später keiner mehr ansieht. Auch eine Schatulle mit Filmnegativen kann natürlich verloren oder beschädigt werden, aber ich denke einfach, dass solche physischen Erinnerungstücke eher (und vor allem sorgfältiger) aufbewahrt werden, als das tausendste digitale Foto vom Sonnenuntergang oder dem leckeren Salat.

Weniger ist manchmal mehr ;-)

Ich werde jetzt auch wieder mehr analog fotografieren, ein paar der Bilder gibt es dann gescannt auf Instagram. Ja ich weiß, ist dann wieder digitalisiert, aber ich kann euch aus Zeitgründen nicht alle zu mir nach Hause zum Bilder gucken einladen - also bleibt mir da kaum eine andere Präsentationsmöglichkeit ;-)

Über einen "Follow" oder "Like" auf meinen Social-Media-Profilen freue ich mich natürlich auch :-)

www.instagram.com/freeblogseven
www.twitter.com/freeblogseven


Anbei ein paar Beispiele für Filmtypen, ich füge hier ab und an neue Bilder hinzu, also gern abundzu nochmal reinschauen ;-)

Ilford FP4 Plus 35mm Film
Nikon F501AF - NIKKOR 50mm 1.8

Ilford FP4 Plus 35mm Film
Nikon F501AF - NIKKOR 50mm 1.8

Ilford FP4 Plus 35mm Film
Nikon F501AF - NIKKOR 50mm 1.8

Ilford FP4 Plus 35mm Film
Nikon F501AF - NIKKOR 50mm 1.8


Die nächsten drei Bilder sind  mit einem Kodak Ektar100 35mm Film entstanden, er hat eine sehr hohe Sättigung - sozusagen richtig knallig:


Kodak Ektar100 35mm Film / Nikon F501AF - NIKKOR 50mm 1.8

Kodak Ektar100 35mm Film / Nikon F501AF - NIKKOR 50mm 1.8

Auch auf Festivals für den einen oder anderen Schnappschuss gut!
Kodak Ektar100 35mm Film / Nikon F501AF - NIKKOR 50mm 1.8

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